Wappen MengeringhausenDer Ort Mengeringhausen wurde 1234 erstmals urkundlich erwähnt, ist aber beträchtlich älter. Er entstand wohl im frühen 8. Jh., bekam aber erst im 13. Jh. die Stadtrechte.

Die Gründung der Schützengesellschaft ist urkundlich in 1502 nachweisbar. Der Name der Schützengesellschaft, St. Sebastiani, bezieht sich auf den Schutzpatron der Schützen und Jäger.

Der Begriff „Freischießen“ ist erstmalig in 1729 erwähnt. Er kann daher rühren, dass man sich „freischießen“, d.h. die Bedingungen erfüllen musste, die an die Mitglieder der damaligen Schützenbruderschaft gestellt wurden.

Der 7-jährige Turnus des Freischießens hat sich ab Anfang des 19.Jh. ergeben. Davor wurde in unregelmäßigen Abständen, lange Zeit sogar jährlich, gefeiert.

Zwei historische Gestalten prägen das Festgeschehen besonders. Auf der einen Seite ist dies Graf Heinrich der Eiserne, der den Waldeckischen Grafen Heinrich VI. (1369-1397) zum Vorbild hat. Dieser war der Stadt sehr wohlgesonnen und zeigte sich am liebsten in seiner Rüstung.
Die andere Ehre gebührt dem König der Schützengesellschaft. Er wird in Mengeringhausen durch Wahl bestimmt und nur symbolisch während des Freischießens ausgeschossen.

Der Schützengesellschaft gehören mehr als 1000 Schützenbrüder an. Die einzelnen Gruppen sind (in Festzugsreihenfolge) der Herold mit Fanfarenbläsern, die Lanzengarde, Graf Heinrich der Eiserne mit seinen Knappen, der Konstablerhauptmann mit den Konstablern, die Armbrustschützen, die Ratsherren, der König mit den Becherträgern, der Vorsitzende und die Mitglieder des Vorstandes, die Zunftmeister, die Männerkompanie der Altstadt, die Musketiere, der Scheibenwärter und die Feldmetzger, die Männerkompanie der Neustadt, der Fanfarenzug, der Auditeur, der Burschenoberst mit der Burschenschaft sowie den Hellebardieren, der Knabenoberst mit den Knabenkompanien und abschließend die Schlussreiter.

Weitere Höhepunkte des Freischießens sind neben den Festzügen u.a. ein Großer Zapfenstreich zum Auftakt, das Festspiel „Treue um Treue“, das Grafengericht unter den Linden, die Reiterquadrille, die große Polonaise, das historische Rahmenprogramm in der Hinteren Straße und das Heringsbegräbnis als Ausklang.
Natürlich gehört auch Tanz und Feiern in dem Festzelt, der Stadthalle und der Sporthalle zum umfangreichen Programm des Freischießens.
Zwischen den Freischießen findet jährlich ein großer Schnadezug entlang eines Teiles der langen Grenze der Mengeringhäuser Gemarkung statt.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage unter www.freischiessen-mengeringhausen.de.

Robert Pohlmann (im August 2011)
Auszugsweise entnommen dem „Freischießens-Leitfaden“ von Erich Müller

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